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Kölner Stadtanzeiger

Region - 20.03.2009

Viel Spaß mit dem Bananenlied

Von Susanne Neumann


In der Pfarrkirche St. Martinus ist an diesem Samstag kraftvoller Gesang gefragt. Der Kirchenchor St. Cäcilia Fischenich feiert sein 125-jähriges Bestehen und das wird am Samstag gefeiert.

Hannelore Fischer lacht herzlich, als sie sich an die Sache mit den Bananen erinnert: Für ein weltliches Festkonzert im nächsten November studiere der „Kirchenchor St. Cäcilia Fischenich von 1884“ derzeit unter anderem den Schlager „Ausgerechnet Bananen“ ein, erzählt sie und stimmt zu Vorführungszwecken ein paar fröhliche, rhythmische Laute an, die der Chor zu Beginn des Stücks vorzutragen hat. „Das ist unser schönstes Lied“, findet sie. Und da habe T enor und Kassierer Willi Krüger tatsächlich mal zu einer Probe eine T asche voll Bananen für alle mitgebracht. „Sie können sich nicht vorstellen, wie viel Spaß wir haben“, fasst die 72-Jährige zusammen, was der Kirchenchor der Pfarrkirche St. Martinus in Hürth-Fischenich für sie bedeutet. Fischer singt nicht nur mit, sie ist auch die erste Vorsitzende des Chors, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert.

Auf dem Programm der Festmesse im Rahmen der Jubiläumsfeier steht eine Messe des zeitgenössischen deutschen Kirchenmusikers und Komponisten Wolfram Menschick. Die „Missa dominicalis“ für Chor und Bläser fordere das ganze Können der Sängerinnen und Sänger, erklärt Fischer. „Wir müssen genau hinhören und die Stimmlage der Bläser aufnehmen.“ Im harmonischen Einklang mit den Instrumenten gelte es für die Chormitglieder, durchweg kraftvoll zu singen. Fischer: „Da muss die ganze Kirche beben.“ Einmal mehr lobt die Vorsitzende die Chorleiterin Monika Seidel-Wolpers. Die Gesangspädagogin und Dozentin an der Rheinischen Musikschule in Köln verstehe es, alles aus den Sängerinnen und Sängern herauszuholen. Sie bringe in den Chor auch viel moderne liturgische Literatur ein, wie eben jene Menschick- Messe. Und für das weltliche Festkonzert im November studiere sie mit dem Chor Werke aus Filmmusik, Musicals und Operetten sowie Volkslieder ein. Seidel-Wolpers löste im Jahre 2004 ihren Mann Hans Wolpers ab, der den Chor seit 1971 geleitet hatte. Und sie singt selbst im Kirchenchor als Sopranistin mit. „Das gibt uns auch Sicherheit“, erklärt Fischer.

Hans Wolpers ist heute Ehrenvorsitzender des Chors und Schirmherr der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen. Immer noch begleitet er den Chor an der Orgel. „Das Ehepaar strahlt eine wunderbare Harmonie aus“, beschreibt Fischer die Arbeit von Monika Seidel-Wolpers und ihrem Mann mit den Sängerinnen und Sängern.

Gegründet 1884 als Chor aus männlichen Mitgliedern, wurden ab 1929 auch Sängerinnen in den Kirchenchor aufgenommen, wie der Ehrenvorsitzende und Bass-Sänger Josef Außem für seinen historischen Beitrag in der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen recherchiert hat. Unter den zahlreichen Ausflügen und Reisen, die der Chor im Laufe der Jahrzehnte unternahm, nennt Außem eine achttägige Reise nach Rom im Jubiläumsjahr 1984 als herausragendes Ereignis in der Chorgeschichte. Mehr als 70 Personen nahmen daran teil: „Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis.“

Heute besteht der Kirchenchor aus 34 aktiven Sängerinnen und Sängern. Aus Mangel an männlichen Mitgliedern singen drei Damen die Tenorstimme mit. Für das im November anstehende Konzert konnten Projektsänger gewonnen werden. Und wenn mittwochs im Martinushaus in Fischenich für das November- Projekt geübt wird, beginnt die Probe mit einem fröhlichen, rhythmischen „Ausgerechnet Bananen“. Die Festmesse zum 125-jährigen Bestehen des Kirchenchors St. Cäcilia Fischenich beginnt an diesem Samstag, 21. März, 17.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Martinus in Hürth-Fischenich. Im Anschluss ist die Martinus-Gemeinde ab 20 Uhr zum Festabend im „Fischenicher Hof“, Gennertstraße 99, eingeladen.

Artikel URL: http://www.ksta.de/region/kirchenchor-st--caecilia-fischenich-viel-spass-mit-dembananenlied,15189102,12973892.html

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Etwa 45 Sängerinnen und Sänger füllten zum Festkonzert des Kirchenchores St. Cäcilia die Bühne im Fischenicher Hof.